Gesamtbeurteilung

Der Spot ist lustig, unterhaltsam - wirkt weder aufdringlich noch wird der Empfänger direkt oder gar plump umworben. Man merkt ganz klar: Humor steht hier an erster Stelle. Und der lässt sich auch nicht lumpen, wie extravagante Aufnahmen, in denen zum Beispiel der Elefant sich auf das Auto setzt, zeigen. Doch was ist mit dem eigentlichen Produkt? Kann ein kurzerhand auf die Form eines Peugeot 206 gebrachter, indischer Kleinwagen potentielle Käufer gewinnen? Können Äußerlichkeiten wirklich überzeugen? Die Werbenützlichkeit wurde dem Witz bzw. dem Unterhaltungswert untergeordnet.
Auch wenn der Zuschauer keine faktische Information übermittelt bekommt, bleibt doch das subjektive "coole" Fahrgefühl des Inders, das in Verbindung mit diesem filmisch gelungenen Konzept durchaus das Interesse bei der Zielgruppe wecken könnte.

Die Hookline des Titelsongs "Husan - Bald'n Spikey" ist einprägsam, sie bleibt im Ohr und lässt keine Ruhe - zwingt den Empfänger den Spot weiter leben zu lassen. Schon das allein reicht fast aus, dass der Zuschauer den Spot nicht vergisst. Auch dass der Song nach der Veröffentlichung des Werbespots erfolgreich in sämtlichen Charts auftauchte spricht für sich. An dieser Stelle kann man Peugeot nur gratulieren, und dabei ist dieser Glückstreffer gar nicht mal der einzigste.
Der Schauspieler - eine Notbesetzung? Er ist es doch, der dem Streifen den nötigen Charme verleiht. Der verträumte und zugleich tatkräftige, der es versteht eine gewisse Individualität umzusetzen und dabei noch die Zielgruppe in hohem Masse anzusprechen. Dieser Inder ist keineswegs eine Notbesetzung, sondern der Star des Werbespots.
Die Bilder und der Ton vermitteln sofort einen Hauch indischer Marktstimmung. Das Lebensgefühl der Menschen in ihrem Alltag wurde realistisch eingefangen. Durch die vielen kurzen Schnitte und die dazu perfekt eingepasste Musik, wird ein großes Spannungspotential aufgebaut, das den Zuschauer mit sich reißt. Bleibt nur die Frage, sind die Aufnahmen bewusst etwas wacklig oder hat der Elefant das Stativ kaputt gemacht? Wie auch immer, dem Spot tut es keinen Abbruch.

So sind Bild und Ton in einem faszinierenden Zusammenspiel vereint. Der eine hört auf den anderen. Es entsteht ein Spot zwischen Humor und Wahnsinn, Traum und Realität, der uns 43 Sekunden lang in eine weitere Geschichte aus "Tausend und einer Nacht" eintauchen lässt - und die eigentlich viel länger ist.

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